• 2. Februar 2019

Bezahlen via Facebook, Instagram oder WhatsApp

Bezahlen via Facebook, Instagram oder WhatsApp

Bezahlen via Facebook, Instagram oder WhatsApp 1024 576 Christian

Schon seit einiger Zeit können Facebook-Nutzer Spendenaktionen starten und so Gelder sammeln, beispielsweise für gemeinnützige Vereine oder auch für die eigene Ausbildung oder einen persönlichen Notfall. An den öffentlichen Spenden will Facebook nichts verdienen, das eingesammelte Geld kommt in voller Höhe den gemeinnützigen Institutionen zu Gute. Bei privaten Spenden wird eine kleine Gebühr fällig. Natürlich kann man seine Großzügigkeit teilen und seine Freunde ebenfalls zum Spenden einladen.

Nach Facebook experimentiert nun auch Instagram mit einem ähnlichen Feature. Der größte Profit für Facebook und das Tochterunternehmen Instagram sind sicherlich nicht die kleinen Gebühren, die für private Spendenaktionen fällig werden. Es sind mal wieder die persönlichen Daten der Nutzer, an denen das Unternehmen interessiert ist. Um Geld zu spenden wird man aus diesem Grund nicht einfach weitergeleitet, sondern muss eine Zahlungsmöglichkeit wie zum Beispiel Paypal- oder Kreditkartendaten direkt im Netzwerk hinterlegen.

Screenshot: Spendenaktion bei Facebook starten

Das tun insbesondere deutsche Nutzer nur äußerst ungern. Am liebsten zahlt man hierzulande den Online-Einkauf auf Rechnung. Etwa 30 % des e-Commerce Umsatzes werden laut Studie des EHI Retail Institute so bezahlt, dicht gefolgt vom Lastschriftverfahren (20 %), PayPal (18 %) und Kreditkarte (12 %). Im Herbst 2019 wird das Online-Bezahlen noch etwas komplizierter, denn dann wird eine neue EU-Richtlinie verpflichtend. Laut dieser Richtline werden drei Sicherheitsmerkmale unterschieden:

  1. Etwas, von dem nur der Zahlende Kenntnis hat (zum Beispiel Passwort oder PIN)
  2. Etwas, das nur der Zahlende besitzt (zum Beispiel Karte oder Smartphone mit eindeutiger Mobilfunknummer)
  3. Etwas, das nur der vorzeigen kann (zum Beispiel Fingerabdruck, Stimme, Gesichtserkennung)

Zukünftig werden zwei dieser drei Merkmale beim Online-Bezahlen abgefragt werden. Das bedeutet, dass das Zahlen via Kreditkarte und PayPal komplizierter werden wird. Insbesondere kleinere Online-Shops werden sich schwer tun, hier Schritt halten zu können. Bei der Zahlung auf Rechnung droht ihnen möglicherweise ein Zahlungsausfall, eine Lastschrift werden viele Kunden hingegen nur wenigen Online-Shops wie zum Beispiel Amazon erteilen.

Vorbild: Amazon Pay

Das hat Amazon natürlich längst erkannt und bietet anderen Online-Shops den Bezahlservice „Amazon Pay“ an. Haben deren Kunden ihre Bankdaten schon bei Amazon angegeben und eine Einzugsermächtigung hinterlegt, dann ist das Einkaufen in einem kleinen Online-Shop mit Amazon Pay fast so einfach wie auf Amazon selbst.

Auch Facebook könnte Online-Händlern zukünftig eine solche Option anbieten. Zusätzlich zum “Like”-Button könnten Seitenbetreiber einen “Über Facebook kaufen”-Button auf ihren Produktseiten einbinden. Noch viel passender als per Facebook zu bezahlen ist das Konzept von “in-app-Käufen” bei instagram: Firmen könnten ihre Produkte zukünftig nicht mehr nur im eigenen Shop anbieten und dann auf Instagram dafür werben, sondern die Produkte auch direkt dort verkaufen. Zusätzlich könnten auch Influencer eine solche Funktion nutzen und nicht mehr nur (Schleich-)Werbung über Posts machen. Stattdessen könnten sie auf ihren Kanälen direkt die Produkte ihrer Sponsoren verkaufen und ggf. an Provisionen verdienen.

Werbung und in-app-Käufe bei WhatsApp?

Schließlich gibt es eine dritte große Plattform, die inzwischen zu Facebook gehört: WhatsApp. Bisher musste man sich dort jedoch an eine Vereinbarung mit den ehemaligen Gründern halten, die WhatsApp vor einigen Jahren an Facebook verkauft haben. Vereinbart war damals, dass die Plattform in den ersten fünf Jahren nach der Übernahme kein Gewinn erwirtschaften muss. Diese Vereinbarung ist allerdings Ende Januar 2019 abgelaufen. Es ist also auch für WhatsApp nun denkbar, dass neben Werbung auch in-app-Käufe zukünftig möglich werden

Natürlich ist das Ganze reine Spekulation. Facebook testet ununterbrochen neue Ideen und Technologien und nur ein Bruchteil davon landet nachher wirklich bei Nutzern der verschiedenen Plattformen. Dennoch wäre es ein großer und wichtiger Schritt in Richtung E-Commerce für das Unternehmen, wenn viele Nutzer ihre Bankdaten hinterlegen und sich daran gewöhnen, über die Plattformen auch zu kaufen oder zu bezahlen.

Update:

2019-03-10: In den USA wird die Bezahlfunktion für Instagram inzwischen ausgiebig mit großen Marken wie Adidas, Nike oder H&M getestet.

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